Alte Gartenschätze – frisch auf den Tisch
Books | Posted 11/06/2011 | Kochen & Geniessen, Orell Füssli, Sachbuch | Keine Kommentare »1982 wurde in der Schweiz die Stiftung «Pro Specie Rara» ins Leben gerufen. Ihr Ziel: gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren. Am Anfang fristete die Stiftung – wie die ganze grüne Bewegung – ein Schattendasein. Inzwischen aber ist sie zum Synonym einer umfassenden Entwicklung geworden: Sogar beim Grossverteiler findet man heute Gemüsesorten, die von Pro Specie Rara vor dem Aussterben bewahrt wurden.
Der Erhalt der Artenvielfalt ist für uns überlebenswichtig. Gäbe es beispielsweise weltweit nur noch eine Reissorte, könnte bereits eine einzige Schädlingsart zur Katastrophe führen. Biodiversität beschert uns aber auch kulinarische Vielfalt. Vorbei die Zeiten, in denen nur Blumenkohl, Spinat, Tomaten und ein paar andere Gemüse auf den Tisch kamen: Die wiederentdeckten Sorten bringen neue Farben in den Teller! Wer zunächst einmal wissen möchte, welches diese alten und vergessenen Sorten sind, kann sich im Band «Alte Gemüse & Kräuter wiederentdeckt» informieren.
Die beiden Autorinnen Marianne Buser und Antonia Koch präsentieren auf den ersten 50 Seiten ihres schönen Buchs die einzelnen Pflanzen in grossen Bildern und kurzen Texten. Hier erfährt man zum Beispiel, welche interessanten heimischen Gewächse vom Spinat verdrängt wurden: unter anderem die Gartenmelde und der Grüne Heinrich. Was ist Kardy? Wozu wurde einst Beinwell verwendet? Wie der Titel schon andeutet, geht es in diesem Buch auch um Kräuter, die aus der Alltagsküche verbannt wurden. Holt man sie jetzt wieder zurück, bringen sie neuen Pfiff in bekannte Gerichte.
Da das Buch einen gewissen didaktischen Anspruch hat, sind die Rezepte nach Jahreszeiten zusammengestellt – das ist für alle hilfreich, die vernünftigerweise Saisongemüse kaufen möchten. Jetzt wäre zum Beispiel gerade Zeit für ein Schaumsüppchen aus Mairüben, eine Hopfensprossen-Quiche oder eine Quarkcreme mit Löwenzahnblüten-«Honig». Die Namen der Gerichte weisen darauf hin, dass es in diesem Buch wirklich viel Ungewöhnliches zu entdecken gibt…
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