Silberfischchen von Inger-Maria Mahlke
Petra Bohm | Posted 02/10/2010 | Belletristik, Notizen | 1 Ein Kommentar »
Die FAZ z.B. schreibt: “Es gibt Debüts, von denen man nur einen Satz lesen muss, und dann weiss man, dass es, ganz gleich, was nun noch kommt, nicht wirklich danebengehen kann.” (Richard Kämmerlings).Recht hat der Mann, auch mir hat der nur 208 Seiten schmale Band mit diesem Zweipersonen-Stück einen höchst vergnüglichen Leseabend bereitet, obwohl der Plot eigentlich bitterböse ist.
Hermann Mildt war Polizeibeamter. Bis er seine im Garten verunglückte Frau, statt sie zu beerdigen, noch Tage lang liegen liess, um ihren Verfallsprozess zu fotografieren. Nun ist er zwangspensioniert, frustriert, übellaunig, verkniffen. Aber er fotografiert immer noch. Das hält ihn am Leben. Als er beim Schwarzfahren erwischt wird, hängt sich eine Polin ohne Papiere an ihn, denn sie sucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Da er diese Jana Potulski nicht los wird, nimmt Hermann sie bei sich auf. Eigentlich versteht er selbst nicht warum, ebenso wie der Leser. Dann, kaum in Hermanns Wohnung angelangt, entfaltet sich zum Vergnügen des Lesers zwischen den beiden Unbekannten ein makaberes Machtspiel wie in einer zerrütteten Ehe…







Die Nacht der Macht